Das wird Buy- & Hold-Fans nicht gefallen

Wieder mal ein schönes Gemetzel an der Börse letzte Woche.

Ich bräuchte gar nicht die Kurse checken, das merke ich alleine an der Anzahl der Zuschriften, die ich bekomme. Die in Crashwochen immer deutlich zunehmen.

Ein Flaggschiff wie Salesforce bei -49% mittlerweile, Paypal sogar -76%, Netflix -74%…alle praktisch Markführer in ihrem Segment. Kaufen wenn die Kanonen donnern, oder? Was soll diese Tanker denn versenken?

Zweifacher Champion Mark Minervini

Mark Minervini (@markminervini auf Twitter) ist vielen Lesern sicher ein Begriff. Er hat erst kürzlich zum zweiten Mal die US-Investing-Meisterschaft gewonnen. Mit sage und schreibe +334% in 12 Monaten. Rein mit Aktienhandel.

Sein bekanntestes Buch ist Handeln wie ein Market Wizard.

Angesichts der aktuellen Situation an den Börsen will ich aber aus seinem anderen populären Buch zitieren, Think & Trade Like a Champion.

Nebst anderen sehr spannenden Anregungen zerstört er darin unter anderem die Ansichten von Bluechip-Langfristanlegern (Buy & Hold). Dass nämlich ihre Philosophie auf einen langen Zeithorizont betrachtet am sichersten Rendite bringt. Seine Fakten gießt er in die 50/80 Regel.

Die 50/80-Regel

Ich übersetze mal:

Achtung vor der 50/80-Regel

Wenn ein Marktführer ein Topp ausbildet, gibt es eine 50%-ige Chance, dass der Kurs um 80% fällt.

Und eine 80%ige Chance, dass er um 50% fällt. Der durchschnittliche Kursverfall eines ehemaligen Sektor-Schwergewichts beträgt 70%.

Es ist schon beeindruckend, welch ehemals scheinbar unbesiegbare Titanen auf dieser Liste aufscheinen. Und wie rasch der Verfall oft vonstatten ging:

Vor etwas mehr als einem Jahr hat er dazu auch noch getweetet:

Ich versichere Ihnen, die FANG-Aktien werden am Ende auch auf dieser Liste sein.

Bei Meta (Facebook) und Netflix passt das schon mal nicht schlecht.

Kein Reich bleibt ewig eine Weltmacht. Kein Unternehmen lacht ewig von der Spitze.

Als aktiver Trader steuere ich nicht nur mein Timing. Sondern muss vor allem mein Kapital schützen. Dass ich solchen Kursverlusten tatenlos zusehe, und mir einrede “das wird schon wieder”, ist für mich unvorstellbar. Oder gar schlechtem Geld noch gutes hinterher werfen und verbilligen, da schüttelt es mich.

Apple am Scheidepunkt

Anmerkung: dieser Content war im smarten Trading-Newsletter bereits am 24. April zu lesen, damit zwei Monate vor dem Blogartikel. Weiter unten folgt ein Update wie es weiter ging.

Ein weiteres FANG-Goldstück ist Apple. Hält sich noch extrem gut. Besitze ich derzeit (leider) nicht einmal in meinem Langfristdepot. Aber falls doch, wäre meine Geduld wohl in Kürze zu Ende. Werfen wir einen Blick auf den Tageschart:

Das sah bis vor wenigen Tagen noch ganz gut aus, konnte der abwärts gerichtete Trendkanal doch überwunden werden Ende März. Aus dem zu erwartenden Re-Test der ehemaligen Widerstandszone konnte aber keine neue Unterstützung werden.

Stattdessen kippt Apple Ende der Handelswoche sogar wieder in den alten Trendkanal.

Schon die Price-Action tanzt also nicht gerade vor Freude.

Das Volumenbild noch viel weniger. Der jüngsten Aufwärtsbewegung fehlte eine auffallende Aktivität. Die Umsätze sanken seit dem Zwischenhoch zwar noch tiefer. Was “nur” für eine Korrektur nach dem Aufwärtsimpuls spricht.

Donnerstag und Freitag aber sehen schon wesentlich bearischer aus mit den hohen Volumina. Wird noch spannend was wir zu sehen bekommen bis zu den Zahlen am 28. April. Entweder Rettung mit Kursen über 170 USD. Oder Abgang gen Süden, mindestens auf 150 USD.

Update 22.06.22

Nicht nur, dass die 170 USD nicht zurück erobert werden konnten. Es wurde auch das konservative Kursziel von 150 USD pulverisiert. Im Tief stand Apple wenige Wochen nach dieser bearischen Einschätzung 20% tiefer.

Der schwarze Pfeil markiert den Zeitpunkt der obigen Analyse. Achten Sie auf die drei blauen Pfeile im Volumen unter dem Kurs. Nach der Analyse setzte ein neuer bearischer Impuls ein, das Volumen steigt deutlich an.

Ende Mai setzte eine Erholung ein. Aber das war lediglich eine Bärenmarktrallye, die Umsätze waren viel zu dünn bei steigenden Kursen.

Der jüngste Abgang ab dem 9. Mai dann wieder ein klarer Impuls. Seit drei Tagen nun wieder eine Gegenbewegung mit leicht steigenden Kursen. Wenn die Umsätze dabei mau bleiben, wird der nächste Shorteinstieg gesucht.

Ich wünsche dir eine smarte Trading-Woche

Michael

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