Blutbad an den Börsen! Wie du trotzdem vernünftig traden kannst

Wie gehst du mit der aktuellen Panik an den Börsen um? Trauerst du Verlusten nach weil du nicht rechtzeitig verkauft hast, sehnst den Turnaround herbei, am besten heute schon am Freitag den 13.? 

Oder gehörst du schon zu den Mutigen die jetzt zupacken und (nach)kaufen was das Zeug hält? 

Wieder andere stecken den Kopf in den Sand.

Fight, Flight or Freeze, so will es das ewige Gesetz.

Ich bekomme dieser Tage so viele Mails und Nachrichten in den sozialen Medien, mit Hilferufen und Bitten um Ratschläge, dass ich mich nicht mehr hinter meiner üblichen Aussage verstecken will, die da lautet:

Ich handle was ich sehe, nicht was ich glaube

Ich bin Charttechniker wie die meisten langjährigen Leser wissen. Und rein charttechnisch ist von einem Boden natürlich noch nichts zu sehen nach den erneuten Rekordverlusten vom 12. März. Eine Kristallkugel habe ich nicht, ich kann nur meine persönliche Meinung wiedergeben:

Ich bin immer noch Short im Dax-Index, dazugekommen ist ein Long in Öl, ansonsten halte ich noch die Füße still. Ich hätte gerne eine Gewinnmitnahme unter 9.000 Punkten im Dax, bei der aktuellen Action kann das jede Minute so weit sein. Der Öl-Long ist ausdrücklich NICHT charttechnisch basiert, sondern fundamental. Ich kann  mir einfach nicht vorstellen, dass Öl länger um 30$ oder sogar darunter verweilt. Klar, das Wirtschaftswachstum wird sich abkühlen. Trotzdem ist Öl zu den aktuellen Kursen wohl unterbewertet und Opfer politischer Spielchen. Ich mache also eine Ausnahme von meiner obigen Regel, besondere Zeiten = besondere Maßnahmen.

Was mein langfristiges “Rentendepot” angeht, in dem ich schon länger zu 100% Cash bin angenehmerweise, so bin ich jederzeit bereit neue Investments zu tätigen. Sobald sich eine Beruhigung der Lage abzuzeichnen beginnt. Das sehe ich aktuell noch nicht, denn die USA steht wohl erst noch vor der größten Virus-Hysterie. Kann am Montag natürlich schon wieder alles anders sein, aber gerade über das Wochenende werden kaum gute Nachrichten vermeldet werden. 

Ein Rat an verunsicherte Leser ist jedenfalls:

Lass Trades nicht zum Investment werden!

Soll heißen: wenn du einen kurzfristigen Trade aus bestimmten Gründen eingegangen bist, und der läuft leider gegen dich, dann nimm bloß nicht den Stopp aus dem Markt mit der Ausrede die Position jetzt als längerfristiges Investment halten zu wollen. Das geht in der Regel ins Auge. 

Die Volatilität ist natürlich der Hammer dieser Tage, die meisten Broker erhöhen auch schon ihre Margin-Anforderungen. Behalte bitte dein Risiko im Auge, Kapitalerhalt ist oberstes Gebot.

Wenn du dich nicht wohlfühlst bei dieser Vola zu handeln, dann halte einfach die Füße still. Damit kannst du nichts falsch machen, verpassten Gewinnen hinterher jammern ist allemal besser als das Depot zu vernichten nur wegen der Gier unbedingt dabei sein zu wollen. 

Trading mit abgesichertem Risiko

Und weil ich auch gefragt werde wie man sein Trading-Risiko absichern kann:

1. Das ginge natürlich mit KO-Zertifikaten. Du kannst nicht mehr verlieren als der Schein aktuell kostet. Allerdings verlangen die Emittenten derzeit massive Risikoaufschläge, so dass du viel mehr bezahlen musst als der Schein wert ist. Dazu kommt, dass die Emittenten bei viel Action gerne mal “aus technischen Gründen” nicht erreichbar sind….also keine ernsthafte Option.

2. AvaTrade hat kürzlich AvaProtect eingeführt, nur verfügbar in ihrer mobilen App AvaTradeGO. Du zahlst eine Art Versicherungsprämie für eine von dir ausgewählte Laufzeit zwischen 1 Stunde und 2 Tagen. Freigeschalten dafür sind aktuell die wichtigsten Währungspaare. Beispiel EUR/USD:



Ich kann also 0,1 Lot für 1 Stunde absichern lassen und zahle dafür eine Prämie von 17,08 EUR. Was umgerechnet ca. 19 Pips entspricht.

Bewegt sich die Position in den nächsten 60 Minuten in meine gewünschte Richtung, mache ich Gewinn abzüglich den 19 Pips.

Bewegt sich der Trade aber massiv gegen mich, 30 Pips, 100 Pips oder mehr, ist mir das egal: solange ich innerhalb der nächsten 60 Minuten glattstelle, wird mir der Verlust zu 100% erstattet

Ich habe damit auch schon gehedgt, also Long und Short gleichzeitig und das für 2 Tage. Dafür in Summe 37 Pips Prämie bezahlt (das war noch bei deutlich weniger Vola). D.h. EUR/USD musste sich um zumindest 42 Pips bewegen (Spread + Swapkosten für 2 Nächte kamen auch noch dazu), damit ich einen Gewinn erziele, alles darunter bedeutet einen Verlust. Diese 37 Pips waren dafür auch mein maximales Risiko. Eigentlich sogar weniger, denn eine Seite muss ja vor Ablauf dieser 2 Tage im Minus sein. Und wenn ich dieses Minus realisiere, erhalte ich den Verlust erstattet. 

Aktuell muss man für bis zu 2 Tage deutlich höhere Prämien bezahlen, dafür ist auch die tägliche Schwankungsbreite enorm.

Vielleicht hat der ein oder andere ja einen Verwendungszweck dafür und mag seine guten sowie schlechten Erfahrungen mit mir teilen, hier gibt es mehr Infos zu diesem neuen Produkt. 

3. Einige CFD-Broker bieten auf diverse Basiswerte garantierte Stopps an. Beispiel WH SelfInvest: für die BASF-Aktie kann ich einen garantierten Stopp setzen, muss dabei einen Mindestabstand von 5% einhalten. Die Prämie von 0,25% wird nur fällig, wenn der garantierte Stopp auch ausgelöst wird, ansonsten nicht! Ist also auch gar nicht verkehrt in turbulenten Zeiten den noch zusätzlich zum ansonsten benutzten Stopp zu setzen, wenn dieser näher als 5% vom aktuellen Kurs liegt. 

5% Abstand zum aktuellen Kurs von 41 EUR wären 2,05 EUR, die Prämie würde 10,25 Cent pro Aktie ausmachen bei Aktivierung.

FALLS man aktuell handeln möchte und vor allem Positionen über Nacht hält, ist das eine beruhigende Maßnahme.

Und um mich zu wiederholen: wer Wert legt auf ruhigen Schlaf, der hält einfach noch die Füße still.

Es gibt ohnehin Wichtigeres dieser Tage.

Viel Erfolg beim smarten Trading und bleibt mir alle gesund

Michael Hinterleitner

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